2026/05
EIKON #132 | WHERE IS PHOTOGRAPHY NOW?
Die Leitfrage der Ausgabe Where Is Photography Now? führt durch die Ausgabe #132 der EIKON. Anhand von diversen Statements renommierter Persönlichkeiten der Fotografie werden die Leser*innen durch Einblicke in aktuelle Tendenzen der Fotografie geleitet. Es wird eine Spannbreite an Antworten gegeben, die nicht zuletzt in Gegentendenzen des Analogen mündet.
Künstler*innen: Anna Breit | Fabio Bucciarelli | Inge Dick | René Francisco | Anton Kehrer | Agata Madejska | Cheryl Mukherji | Richard Prince | Gregor Sailer | Cop Shiva
Autor*innen: Thomas Ballhausen | Anja Bohnhof | Patrizia Feichter | Paul Feigelfeld | Wolfgang Giegler | Esther Heltschl | Gerda Ridler | Anna Schober-de Graaf | Gudrun Zacharias
Sprachen | Deutsch / Englisch
Format | 280 x 210 mm
ISBN | 978-3-904083-26-3
104 Seiten
Preis: € 18,00 (inkl. 10% USt)
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„Künstliche Intelligenz wirkt auf die Fotografie heute ähnlich wie einst die Fotografie auf die Malerei: Sie entzieht dem Medium den Anspruch auf Realismus und technische Perfektion. Dadurch löst sich ein lange wirksames Korsett und eröffnet Raum für Abstraktion.“
Katharina Hoffmann | Bildraum, Bildrecht Wien
INHALT
SCHWERPUNKT | WHERE IS PHOTOGRAPHY NOW?
STAGED MEMORIES | Anja Bohnhof
ZWISCHEN WELTEN | Anna Schober-de Graaf
ZWISCHEN ARS UND TECHNÉ | Thomas Ballhausen und Paul Feigelfeld im Gespräch
DENKFORM FOTOGRAFIE | Patrizia Feichter im Gespräch mit Agata Madejska
ZUSTAND BILD | Gudrun Zacharias im Gespräch mit dem Team des Francisco Carolinum
PORTFOLIO
ANTON KEHRER | Wolfgang Giegler
AUSSTELLUNGEN
RICHARD PRINCE | Esther Heltschl
KUNST UND KOMPLIZ*INNENSCHAFT | René Francisco
PLATFORM WARS | Patrizia Feichter
LICHT UND ZEIT | Inge Dick
COCKAIGNE | Gregor Sailer
PUBLIKATIONEN / REZENSIONEN
MOEBIUS: Die hermetische Garage – Jäger und Gejagter | Thomas Ballhausen
NEUERSCHEINUNGEN | COLLECTOR’S EDITION | EIKON EDITION | TERMINE
„Was mich an „deep learning“ stört, ist das damit transportierte Bild des Tiefen, der Tiefsinnigkeit, wo doch „deep learning“ nichts anderes tut, als vertikal eine Sache besonders gut zu lernen und sonst nichts zu können. Mit Lernen oder Intelligenz, wie wir uns das vorstellen oder wünschen, hat das nichts zu tun.“
Paul Feigelfeld
EDITORIAL
Lieber Leserinnen und Leser!
Seit fast 35 Jahren ist EIKON ein zentraler Ort für zeitgenössische Fotografie und Medienkunst. Mit einem weit verzweigten Netzwerk von Künstler*innen und Autor*innen verstehen wir uns als Ort der Vernetzung, Reflexion und Präsentation – unseren Anspruch wollen wir in dieser Ausgabe durch die Einbindung vielfältiger Stimmen einlösen.
Im Zentrum steht die Frage: Where Is Photography Now?
Um darauf zu antworten, haben wir Statements renommierter Persönlichkeiten aus der Fotografie eingeholt. Diese Beiträge durchziehen das Magazin und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf eine Frage, die sich nicht eindeutig klären lässt, sondern bewusst im Plural gedacht werden muss.
Die Fotografie existiert längst nicht mehr als abgegrenztes Medium, sondern als Teil eines komplexen Gefüges visueller Praktiken. Kameras, Algorithmen, Archive und maschinelle Modelle produzieren Bilder gleichermaßen, oft ohne direkten Bezug zur sichtbaren Realität. Was bedeutet Fotografie, wenn sie nicht mehr durch Licht entsteht, sondern durch Berechnung?
Diese Entwicklung stellt nicht nur die Definition des Mediums in Frage, sondern auch etablierte Kategorien innerhalb von Institutionen. Die Grenzen zwischen Fotografie, Medienkunst, Video und Installation werden zunehmend durchlässig. Gleichzeitig verschiebt sich die Idee von Autor*innenschaft. An die Stelle des fotografischen Moments tritt eine Praxis, die mit Daten, Modellen und Systemen arbeitet. Auch das Publikum verändert sich. Es fordert nicht nur Bilder, sondern Einblicke in deren Entstehung.
In dieser hoch technologisierten Gegenwart, lässt sich aber auch eine Gegenbewegung beobachten: Die Sehnsucht nach dem Analogen. Handwerkliche Verfahren gewinnen wieder an Interesse und werden gerade von jungen Fotograf*innen wiederbelebt. In dieser Gleichzeitigkeit von technologischer Expansion und analoger Rückbesinnung zeigt sich die anhaltende Wandlungsfähigkeit des Mediums. Die Fotografie verschwindet nicht, sie transformiert sich fortwährend. Vielleicht liegt die entscheidende Frage daher nicht darin, was Fotografie ist, sondern was wir bereit sind, als solche zu verstehen. Wir laden Sie ein, diesen Schwerpunkt als Sammlung von Positionen, Annäherungen und Widersprüchen zu lesen. Wir wünschen Ihnen ein inspirierendes Eintauchen in die vielschichtige Gegenwart der Fotografie.
Gudrun Zacharias | Mai 2026
DANK AN
Alle Expert*innen für ihre Statements zur Fotografie
ART DIRECTION & DESIGN
Martin Hassler
ÜBERSETZUNG
Urška Longer






